Dem Krampf den Kampf ansagen
Wie Sie lästige Muskelkrämpfe vermeinden
Was für ein Tag: Sie sind gut drauf und feiern innerlich bei jeder Gewichtserhöhung im Gerätetraining ihre erzielten Trainingserfolge. Doch urplötzlich und intensiv spüren sie plötzlich einen dumpfen Schmerz. Ein Krampf zwingt sie in die Knie, der nur Sekunden anhält, die sich aber wie Minuten anfühlen. Das Bewegen fällt schwer, es sind keine Schwellungen oder Blutergüsse zu sehen und ihnen gelingt es nicht diesen Schmerz in Verbindung zu bringen mit ihrer noch eben ausgeübten Bewegung.
Was ist ein Krampf? Wo kommt dieser Schmerz her?
In einem Muskel sind normalerweise nicht alle Fasern gleichzeitig aktiv. Während ein Teil der Fasern sich zusammenzieht, ruht der Rest. Das "Arbeiten" und "Ruhen" wechselt in schneller Reihenfolge. Auf die Art und Weise kann ein Muskel über eine längere Zeit Leistung bringen. Ein Krampf ist ein plötzliches und willkürliches Zusammenziehen aller Muskelfasern meistens während oder nach einer intensiven sportlichen Anstrengung. Der Muskelkrampf entsteht dadurch, dass die Nerven, die das Zusammenziehen der Muskeln veranlassen, zu viele Signale zum Zusammenziehen geben. Das Phänomen des Krampfes und sein direkter Auslöser sind bis heute noch nicht ganz deutlich, mögliche Ursachen sind:
- Veränderungen in der Muskulatur durch ältere Verletzungen eine gestörte Blutzufuhr mit der Folge eines Sauerstoffmangels im Muskel z.B. durch Tragen zu stramm sitzender Strümpfe/Schuhe
- ein niedriger Glukose (Zucker)-gehalt im Muskel
- Salzmangel infolge salzloser Diät
- hoher Flüssigkeitsverlust (übermäßiges Schwitzen), das zu einem gestörten Elektrolytgleichgewicht führt
- Überlastung (Erschöpfung) z. B. infolge schlechter konditioneller Vorbereitung/ unzureichender Trainingszustand
- Müdigkeit
- Infektionen
- Kälte
- Krampfadern
- Hormonschwankungen bei Frauen, der zu Veränderungen im Flüssigkeitshaushalt führen kann
Ein Muskelkrampf kann jeden treffen, etwa 40 Prozent der deutschen Bevölkerung - überwiegend Ältere, Schwangere oder Sportler - sucht er sogar regelmäßig heim. Wade, Fuß, Schienbein und Hände sind „Vorzugsmuskeln", die am häufigsten von einem Krampf betroffen sind.
Schmerzende Krämpfe können behoben werden indem sie den aufgetretenen Reflex durchbrechen, so dass die Muskelfasern wieder entsprechend ihrer normalen Arbeitsweise sich anspannen und entspannen. Am besten können sie dieses erreichen, indem sie versuchen den verkrampften Muskel zu strecken. Bei einem „Zehenkrampf" gelingt dies leider nicht, „Reiben" und „Kneifen" eignen sich hier am Besten, um den Reflex zu durchbrechen. Sportliche Aktivitäten sollten Sie an diesem Tag zurückfahren, da es sehr wahrscheinlich ist, dass der Krampf zurückkommen wird.
Wie verringern sie das Risiko einen Muskelkrampf zu bekommen: Bei Dauerleistungen/sportlichen Aktivitäten bieten sich Elektrolytgetränke an, bei Magnesiummangel können entsprechende Präparate für Abhilfe sorgen. Trinken Sie ausreichend, mindestens 2 Liter Wasser oder Fruchtsaftschorle am Tag, um den Flüssigkeits- und Mineralhaushalt auszugleichen. Eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vollkornprodukten lässt einen Magnesiummangel erst gar nicht auftreten.
Nächtlichen Krämpfen können sie entgegenwirken, indem sie vor dem Schlafengehen die Muskeln gut entspannen oder sie noch einen kleinen Spaziergang machen.