Alle Jahre wieder das gleiche Bild: Die Motivation ist hoch, doch am Montagabend steht man vor besetzten Hantelbänken. Aber ist der „Montags-Ansturm“ wirklich überall gleich? Wir haben die Daten von 701 Städten unter die Lupe genommen, um den Herzschlag der deutschen Fitness-Szene zu verstehen.
Unsere Daten zeigen eine massive Konzentration auf den Wochenstart. In der folgenden Übersicht siehst du, welcher Wochentag in wie vielen Städten als der besucherstärkste Tag (Peak) identifiziert wurde:
Schaut man auf die Uhrzeiten an den Werktagen (Mo–Fr), folgt die Nation fast überall dem gleichen Takt. Es ist das klassische Feierabend-Phänomen.
Der Abend-Peak: Die Uhrzeit 18 Uhr ist der absolute Spitzenreiter an den Werktagen.
Vormittags-Option: Zwischen 10 und 11 Uhr zeigt sich an Werktagen ein stabiler Besucherstrom, bevor die große Welle nach Feierabend rollt.
Wochenend-Rhythmus: Samstags und sonntags verschiebt sich das Interesse deutlich in den Vormittag. Die meisten Besucher werden hier bundesweit zwischen 11 und 12 Uhr gezählt. Der Nachmittag gehört Family, Friends oder Bundesliga.
Wenn wir das Wochenende (Samstag & Sonntag) betrachten, zeigen sich die kulturellen Unterschiede unserer Großstädte recht deutlich. Während viele Regionen früh starten, gönnt sich die Hauptstadt eine Pause.
Berlin: Hier ist man am Wochenende gemütlicher unterwegs. Die Stoßzeit liegt samstags und sonntags erst gegen 13 Uhr. In der Party-Metropole wird der Morgen häufig zur Regeneration genutzt – das Workout startet erst zum „Mittagessen“.
Hamburg & München: In den nördlichen und südlichen Metropolen wird früher angegriffen. Der Peak liegt sonntags bereits bei 12 Uhr.
Köln & Ruhrgebiet: Auch hier dominiert der klassische Vormittags-Peak am Wochenende zwischen 11 und 12 Uhr. Köln lässt sich samstags etwas mehr Zeit und erreicht den Peak erst gegen 13 Uhr.
Spannend: In kleineren Städten wie Karben, Ludwigsfelde oder Vaterstetten wird der Sonntag zum echten Fitness-Hotspot. Hier scheint das Gym am Wochenende ein bewusster sozialer Treffpunkt oder der sportliche Kontrast zur Pendler-Woche zu sein.
Abseits der Masse finden wir Städte, deren Rhythmus völlig aus der Reihe tanzt.
In diesen Städten beginnt der Tag an der Hantelbank, noch bevor die meisten Büros ihre Türen öffnen:
In diesen Städten wird trainiert, wenn andere bereits langsam daran denken, ins Bett zu gehen, oder auf der Couch die Füße hochlegen:
⏰ Frühaufsteher
🌙 Nachteulen
Die klassische Rush Hour zwischen 17 und 19 Uhr bröckelt. Unsere Analyse zeigt eine wachsende Bewegung von „Noon-Workern“, die das 9-to-5-Diktat hinter sich lassen und ihr Training mitten in den Arbeitstag legen.
Unsere Analyse zeigt: In rund 23 % der untersuchten Datenpunkte, die unter der Woche (Montag bis Freitag) liegen, ist die Haupt-Trainingszeit bis einschließlich 16 Uhr verortet. An mehreren Tagen gibt es gerade zwischen 11 und 12 Uhr deutliche Peaks. „Currywurst war gestern“: New-Work-Flexibilität macht das Fitnessstudio zum neuen Mittags-Hotspot.
Der Gym-Rush-Hour-Report zeigt: Fitness ist in Deutschland zwar oft eine Frage der Gewohnheit – aber du musst dich dem 18-Uhr-Stau nicht beugen.
Tipps für dein stressfreies Training:
Die Wochenend-Strategie: Wenn du absolute Ruhe suchst, ist der Sonntag dein bester Freund. In rund 70 % der Städte ist er der unpopulärste Trainingstag. Der Samstag folgt knapp dahinter – meide hier jedoch die Vormittagsstunden zwischen 11 und 12 Uhr, da dort die meisten Wochenend-Peaks liegen.
Werde zum Noon-Worker: Erlaubt dein Job Flexibilität, ist die Zeit zwischen 12 und 14 Uhr in vielen Städten die beste Chance, dem massiven Abend-Ansturm zu entgehen. Aber Vorsicht: In manchen Städten ist genau das bereits die Hauptstoßzeit – ein kurzer Blick auf die lokale Auslastung lohnt sich.
Abend-Alternative: In Metropolen wie Frankfurt oder Berlin lohnt es sich oft, erst nach 20 Uhr zu starten, wenn die erste große Welle bereits wieder auf dem Heimweg ist.
Die vorliegende Analyse basiert auf einer systematischen Datenerhebung in 701 deutschen Groß- und Mittelstädten (ab 20.000 Einwohnern). Insgesamt wurden aggregierte Daten zur Auslastung von 5.277 Fitnessstudios herangezogen. Die Erfassung der Stoßzeiten erfolgte durch die Auswertung digitaler Belegungsdaten aus den jeweiligen Google-Business-Profilen der Standorte.
Auf Basis dieser Datenbasis wurden die Verteilungen der besucherstärksten Wochentage sowie die spezifischen täglichen Stoßzeiten statistisch ermittelt.
Hinweis zur Datenstruktur: Die zugrunde liegenden Werte bilden die relative Auslastung der jeweiligen Standorte ab. Diese Kennzahl ermöglicht eine Bestimmung von Kapazitätsspitzen und zeitlichen Nutzungsmustern im Tages- und Wochenverlauf, unabhängig von der absoluten Größe der einzelnen Studios.
Wichtig: Aufgrund der Größe des Datensatzes, sind Ungenauigkeiten in den einzelnen Datenpunkten nicht ganz auszuschließen. Zur Qualifizierung der einzelnen Standorte wurden nur jene Google-Business-Profile herangezogen, die mit dem Schlagwort Fitnessstudio markiert sind. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass dennoch Einrichtungen wie Outdoor-Fitnessanlagen o. Ä. ebenfalls in die Auswertung mit eingeflossen sind. Zudem können Belegungsdaten von Google durch andere Faktoren verzerrt werden.