Der Gym-Rush-Hour-Report: Wann schwitzt Deutschland wirklich?

ZUM DATENSATZ

Alle Jahre wieder das gleiche Bild: Die Motivation ist hoch, doch am Montagabend steht man vor besetzten Hantelbänken. Aber ist der „Montags-Ansturm“ wirklich überall gleich? Wir haben die Daten von 701 Städten unter die Lupe genommen, um den Herzschlag der deutschen Fitness-Szene zu verstehen. 

Das Ranking: Die beliebtesten Trainingstage der Deutschen

 

Unsere Daten zeigen eine massive Konzentration auf den Wochenstart. In der folgenden Übersicht siehst du, welcher Wochentag in wie vielen Städten als der besucherstärkste Tag (Peak) identifiziert wurde:

Beliebtester Trainingstag nach Stadt
Anteil der Städte, in denen dieser Wochentag der beliebteste ist
🥈
Dienstag
20%
141 Städte
🥇
Montag
60%
424 Städte
🥉
Donnerstag
10%
73 Städte
#4
Mittwoch
6%
42 Städte
#5
Freitag
1%
9 Städte
#6
Samstag
1%
8 Städte
#7
Sonntag
1%
4 Städte
Der Gegenpol: Der Sonntag ist in fast 70 % aller Städte (486 von 701) der unpopulärste Tag der Woche.

Das 18-Uhr-Phänomen: Die Stoßzeiten im Überblick

 

Schaut man auf die Uhrzeiten an den Werktagen (Mo–Fr), folgt die Nation fast überall dem gleichen Takt. Es ist das klassische Feierabend-Phänomen.

 

  • Der Abend-Peak: Die Uhrzeit 18 Uhr ist der absolute Spitzenreiter an den Werktagen.

 

  • Vormittags-Option: Zwischen 10 und 11 Uhr zeigt sich an Werktagen ein stabiler Besucherstrom, bevor die große Welle nach Feierabend rollt.

 

  • Wochenend-Rhythmus: Samstags und sonntags verschiebt sich das Interesse deutlich in den Vormittag. Die meisten Besucher werden hier bundesweit zwischen 11 und 12 Uhr gezählt. Der Nachmittag gehört Family, Friends oder Bundesliga.

Metropolen-Vergleich: Das Wochenend-Duell

 

Wenn wir das Wochenende (Samstag & Sonntag) betrachten, zeigen sich die kulturellen Unterschiede unserer Großstädte recht deutlich. Während viele Regionen früh starten, gönnt sich die Hauptstadt eine Pause.

 

  • Berlin: Hier ist man am Wochenende gemütlicher unterwegs. Die Stoßzeit liegt samstags und sonntags erst gegen 13 Uhr. In der Party-Metropole wird der Morgen häufig zur Regeneration genutzt – das Workout startet erst zum „Mittagessen“.

 

  • Hamburg & München: In den nördlichen und südlichen Metropolen wird früher angegriffen. Der Peak liegt sonntags bereits bei 12 Uhr.

 

  • Köln & Ruhrgebiet: Auch hier dominiert der klassische Vormittags-Peak am Wochenende zwischen 11 und 12 Uhr. Köln lässt sich samstags etwas mehr Zeit und erreicht den Peak erst gegen 13 Uhr.

 

Spannend: In kleineren Städten wie Karben, Ludwigsfelde oder Vaterstetten wird der Sonntag zum echten Fitness-Hotspot. Hier scheint das Gym am Wochenende ein bewusster sozialer Treffpunkt oder der sportliche Kontrast zur Pendler-Woche zu sein.

Gegen den Strom: Deutschlands Fitness-Exoten

 

Abseits der Masse finden wir Städte, deren Rhythmus völlig aus der Reihe tanzt.

Top 5: Die „Early Bird“-Städte (Frühaufsteher)

 

In diesen Städten beginnt der Tag an der Hantelbank, noch bevor die meisten Büros ihre Türen öffnen:

Platz 1
Büren
Nordrhein-Westfalen
08:00
Freitags an der Hantelbank,
bevor das Büro öffnet
Platz 2
Neustrelitz
Mecklenburg-Vorpommern
08:00
Mittwochs-Peak am
frühen Vormittag
Platz 3
Güstrow
Mecklenburg-Vorpommern
09:00
Donnerstags verhältnismäßig
viel Vormittags-Action

Top 3: Die spätesten Stoßzeiten (Nachteulen)

 

In diesen Städten wird trainiert, wenn andere bereits langsam daran denken, ins Bett zu gehen, oder auf der Couch die Füße hochlegen:

🌙
Platz 1
Kaarst
Nordrhein-Westfalen
21:00
Donnerstags verschiebt sich
der Fokus deutlich nach hinten
🌙
Platz 2
Grimma
Sachsen
21:00
Sonntagabend an der Hantel –
die Woche beginnt früh
🌙
Platz 3
Überlingen
Baden-Württemberg
21:00
Der Mittwochs-Spätdienst
im Gym
Deutschlands Fitness-Exoten auf einen Blick
Frühaufsteher vs. Nachteulen – wo trainiert Deutschland gegen den Strom?
Büren 08:00 · Fr Neustrelitz 08:00 · Mi Güstrow 09:00 · Do 🌙 Kaarst 21:00 · Do 🌙 Grimma 21:00 · So 🌙 Überlingen 21:00 · Mi
 

⏰ Frühaufsteher

 

🌙 Nachteulen

New Work & Training: Die Revolution der Mittagspause

 

Die klassische Rush Hour zwischen 17 und 19 Uhr bröckelt. Unsere Analyse zeigt eine wachsende Bewegung von „Noon-Workern“, die das 9-to-5-Diktat hinter sich lassen und ihr Training mitten in den Arbeitstag legen. 

 

Unsere Analyse zeigt: In rund 23 % der untersuchten Datenpunkte, die unter der Woche (Montag bis Freitag) liegen, ist die Haupt-Trainingszeit bis einschließlich 16 Uhr verortet. An mehreren Tagen gibt es gerade zwischen 11 und 12 Uhr deutliche Peaks. „Currywurst war gestern“: New-Work-Flexibilität macht das Fitnessstudio zum neuen Mittags-Hotspot.

 

Auswahl von 10 Städten mit einem Draht zum „Workout-Lunch" (Peak zwischen 12 Uhr und 14 Uhr):
1
Bautzen SN
12:00
Di & Fr
2
Leonberg BW
13:00
Montag
3
Güstrow MV
12:00
Freitag
4
Altenburg TH
12:00
Dienstag
5
Aurich NI
12:00
Freitag
6
Arnsberg NW
14:00
Freitag
7
Bad Hersfeld HE
14:00
Mittwoch
8
Merzig SL
14:00
Donnerstag
9
Ettlingen BW
12–14
Mo·Mi·Fr
10
Strausberg BR
12:00
Donnerstag

Fazit: Deine Strategie für die persönliche Bestzeit

 

Der Gym-Rush-Hour-Report zeigt: Fitness ist in Deutschland zwar oft eine Frage der Gewohnheit – aber du musst dich dem 18-Uhr-Stau nicht beugen.

 

Tipps für dein stressfreies Training:

 

  • Die Wochenend-Strategie: Wenn du absolute Ruhe suchst, ist der Sonntag dein bester Freund. In rund 70 % der Städte ist er der unpopulärste Trainingstag. Der Samstag folgt knapp dahinter – meide hier jedoch die Vormittagsstunden zwischen 11 und 12 Uhr, da dort die meisten Wochenend-Peaks liegen.

 

  • Werde zum Noon-Worker: Erlaubt dein Job Flexibilität, ist die Zeit zwischen 12 und 14 Uhr in vielen Städten die beste Chance, dem massiven Abend-Ansturm zu entgehen. Aber Vorsicht: In manchen Städten ist genau das bereits die Hauptstoßzeit – ein kurzer Blick auf die lokale Auslastung lohnt sich.

 

  • Abend-Alternative: In Metropolen wie Frankfurt oder Berlin lohnt es sich oft, erst nach 20 Uhr zu starten, wenn die erste große Welle bereits wieder auf dem Heimweg ist.

Methodik

 

Die vorliegende Analyse basiert auf einer systematischen Datenerhebung in 701 deutschen Groß- und Mittelstädten (ab 20.000 Einwohnern). Insgesamt wurden aggregierte Daten zur Auslastung von 5.277 Fitnessstudios herangezogen. Die Erfassung der Stoßzeiten erfolgte durch die Auswertung digitaler Belegungsdaten aus den jeweiligen Google-Business-Profilen der Standorte.

 

Auf Basis dieser Datenbasis wurden die Verteilungen der besucherstärksten Wochentage sowie die spezifischen täglichen Stoßzeiten statistisch ermittelt. 

 

Hinweis zur Datenstruktur: Die zugrunde liegenden Werte bilden die relative Auslastung der jeweiligen Standorte ab. Diese Kennzahl ermöglicht eine Bestimmung von Kapazitätsspitzen und zeitlichen Nutzungsmustern im Tages- und Wochenverlauf, unabhängig von der absoluten Größe der einzelnen Studios. 

 

Wichtig: Aufgrund der Größe des Datensatzes, sind Ungenauigkeiten in den einzelnen Datenpunkten nicht ganz auszuschließen. Zur Qualifizierung der einzelnen Standorte wurden nur jene Google-Business-Profile herangezogen, die mit dem Schlagwort Fitnessstudio markiert sind. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass dennoch Einrichtungen wie Outdoor-Fitnessanlagen o. Ä. ebenfalls in die Auswertung mit eingeflossen sind. Zudem können Belegungsdaten von Google durch andere Faktoren verzerrt werden.