Zwischen Gans und Gains: So verändert sich Deutschlands Fitness-Interesse rund um Weihnachten

Weihnachten ist Genusszeit. Das darf man auch fühlen – im Kopf, auf dem Teller und im Kalender. Unsere aktuellen Daten zeigen deutlich, was viele ohnehin aus dem eigenen Leben kennen: Im Dezember geht das Fitness-Interesse (basierend auf Google-Suchvolumen) in Deutschland spürbar runter – und im Januar kommt es mit ordentlich Schub zurück. Kurz gesagt: Gans im Dezember, Gains im Januar.

Der Dezember-Drop ist real!

 

Wenn die Tage kürzer werden, die Termine voller und der Plätzchenteller quasi ein Social-Must-have ist, verschiebt sich die Prioritäten-Liste. 

 

Genau das spiegeln auch die Zahlen:

 

-16,7%
Durchschnittliches deutschlandweites Abnehmen des Fitnessinteresses im Dezember (Weihnachts-Drop)
7.615
Dezember ist der schwächste Monat des Jahres, gemessen am Suchinteresse (durchschnittliche Punkte)
12.238
Januar ist der stärkste Monat (durchschnittliche Punkte)

Heißt übersetzt: Das Interesse an Fitness- und Ernährungsthemen sinkt im Dezember deutlich – und kommt im Januar mit richtig Wumms zurück. Der Neujahrs-Anstieg liegt bei rund 39 %.

 

Spannend wird’s, wenn man schaut, wo die Ausschläge besonders stark sind. Die Extremwerte kommen auffällig oft aus Mittelstädten – und überdurchschnittlich häufig aus dem Osten.

 

Und wichtig: Das ist kein „Nur die Unmotivierten lassen nach“-Phänomen. Die Daten zeigen kaum Zusammenhang zwischen grundsätzlicher Fitness-Affinität und dem Weihnachts-Drop. 

 

Heißt: Auch fitte Städte schalten im Dezember runter. Der Jahreswechsel wirkt damit eher wie ein saisonaler Rhythmus als ein Charaktertest.

Bundesländer im Vergleich: Wo Weihnachten besonders „entspannt“ läuft!

 

Regional wird’s interessant:

 

Höchster Drop
Mecklenburg-Vorpommern
22%
Deutlichster Dezember-Einbruch
Zweiter Platz
Sachsen-Anhalt
21%
Ebenfalls starker Rückgang
Ebenfalls Hoch
NRW, Niedersachsen, Berlin
20%
Konsistenter Drop
Vergleichsweise Stabil
Hessen & Thüringen
12%
Ausgewogener Dezember
Geringster Drop
Saarland
6%
Fitness bleibt Priorität

 

Das wirkt fast wie zwei unterschiedliche Holiday-Strategien: Die einen machen den Dezember zum echten Reset. Die anderen halten eher den „Comfort-Flow“.

 

Warum der Osten stärker ausschlägt?

 

  • In den Extrem-Listen fällt ein Ost-Fokus auf: Viele der stärksten Dezember-Drops und der größten Januar-Zuwächse liegen in den neuen Bundesländern.

 

  • Das könnte für mehr saisonale „Amplitude“ sprechen: bewusste Pause im Dezember, starker Neustart im Januar.

 

  • Mecklenburg-Vorpommern wirkt wie ein „Gans & Gains“-Hotspot: hoher Drop auf Landesebene, mehrere Städte mit starkem Drop im Dezember und Comeback im Januar.

 

  • Saarland ist der Gegenpol: geringe Ausschläge deuten auf stabilere Winter-Routinen hin – vielleicht begünstigt durch kompakte Strukturen und kurze Wege.

 

 

Dezember in den Städten: Hier macht Deutschland die größte Pause!

 

Die größten Weihnachts-Drops sieht man weniger in den üblichen Metropolen, sondern in mittelgroßen Städten.

 

Wo der Dezember-Drop am stärksten ist

Einige Städte gehen besonders sichtbar in die Winterpause:

Das liest sich wie ein kollektives „Wir sammeln Energie – und sehen uns im Januar wieder".

Wo Fitness-Routinen im Dezember stabil bleiben

Andere Orte zeigen kaum Rückgang – teilweise sogar einen kleinen Dezember-Boost (negative Prozent-Werte):

Das wirkt nicht wie „Weihnachten ignorieren", sondern eher wie: Routine ja – aber ohne den Druck, alles zu perfektionieren.

Zwei Jahreswechsel-Typen in deutschen Städten:

Typ A
„Pendelschlag"
Starke Dezember-Pause, starkes Januar-Comeback

Wismar, Greifswald, Eberswalde, Stendal, Neustrelitz
Typ B
„Stabilitätsmodus"
Kaum Drop, kaum Neustart-Druck

Saarlouis, Neunkirchen, Blieskastel, Nordhausen, Eisenach, Frankfurt
Überraschend

Metropolen glätten die Kurven

Metropolen sind seltener ganz oben in den Extremen – vermutlich, weil diversere Lebensrhythmen die Kurven glätten.

Januar: Das Comeback – wo die Motivation am stärksten zurückkehrt!

 

Und dann kommt der Januar. Die Lichterketten verschwinden, die Kalender werden neu sortiert – und der „Jetzt aber wirklich“-Vibe ist plötzlich überall

 

Die Daten bestätigen das ziemlich deutlich.

 

Wo der Januar-Boost am stärksten ist?

 

  • Greifswald (53 %)

  • Eberswalde (50 %)

  • Wismar (50 %)

  • Schwerin (47 %)

  • Neustrelitz (47 %)

  • Neumünster (47 %)

  • Stendal (47 %)

  • Wedel (46 %)

  • Chemnitz, Dresden (je 45 %)

 

Wismar, Greifswald, Eberswalde, Stendal und Neustrelitz gehören zu den Städten, die im Dezember stark abtauchen – und im Januar besonders hoch zurückkommen.

 

Wo der Januar entspannter startet:

 

Auf der anderen Seite gibt es Städte, die im Januar weniger stark zulegen – etwa weil sie im Dezember bereits stabil geblieben sind:

 

  • Blieskastel (22 %)

  • Neunkirchen, Nordhausen, Güstrow, Eisenach (je 24 %)

  • Saarlouis, Frankfurt am Main (je 27 %)

  • Suhl, Mühlhausen/Thüringen (je 28 %)

  • Homburg (29 %)

 

 

Fazit: Der Jahreswechsel ist kein Bruch – sondern ein Rhythmus!

 

Unsere Daten zeigen klar: Dezember ist die Pause, Januar der Push. Und das ist nicht nur okay – das ist sogar logisch. Weil ein gesundes Fitness-Mindset nicht daraus besteht, 365 Tage auf Anschlag zu leben. Sondern daraus, zu wissen, wann Genuss dran ist – und wann du wieder richtig Lust auf deinen Flow bekommst.

 

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Methodik:

 

  • Betrachtet wurden die monatlichen Suchvolumina von November 2021 bis Oktober 2025 (abgerufen über die Google Ads API). Herangezogen wurde ein Set aus Keywords zu den Themen Fitness, Abnehmen & Ernährung. Bei der Auswahl wurden größere, generischere Keywords mit hohem bundesweiten Suchvolumen bevorzugt, um möglichst viele Messwerte für unterschiedliche Einzelstandorte zu erhalten.
  • Die Abfrage der Keywords erfolgte auf lokaler Ebene bei 133 deutschen Groß- und Mittelstädten ab 20.000 Einwohnern. Pro Bundesland wurden die bis zu 10 größten Städte entlang dieses Kriteriums ausgewählt (sofern eine entsprechende Menge an Städten in den einzelnen Bundesländern vorhanden ist).
  • Aggregation: Für jede Stadt wurden die Suchvolumina aller enthaltenen Keywords pro Monat aufsummiert, um ein "Gesamtinteresse Fitness & Ernährung" pro Standort zu erhalten.
  • Zur Untersuchung der Fragestellung, ob das Interesse im Dezember messbar niedriger ist, wurden folgende Berechnungen durchgeführt:
  • Generelle Fitness-Affinität pro 100.000 Einwohner:innen (basierend auf dem lokalen Suchvolumen).
  • Durchschnittliches Suchvolumen aller Einzelmonate im Gesamtzeitraum (Ø Dezember, Ø Januar etc.), zentral ist hierbei der Wert für den Dezember. Der Wert im Januar ist zusätzlich als Peak-Referenz relevant.
  • “Ø Rest-Jahr ohne Dezember”: Durchschnittliches Suchvolumen aller Monate ohne den Dezember (Januar bis November). Dies dient als Basis-Niveau für das monatliche Interesse.
  • “Dezember-Index”: Ein Wert von 100 bedeutet, dass der Dezember genau so stark ist wie der Rest des Jahres. Ein Wert von 80 bedeutet, dass das Interesse auf 80 % des Basis-Niveaus sinkt (Formel: (Ø Dezember / Ø Rest-Jahr ohne Dezember) * 100).
  • “Weihnachts-Drop in %”: Beziffert die Dezember-Veränderung im Vergleich zum Basis-Niveau in Prozent (Formel: (Ø Rest-Jahr ohne Dezember / Ø Dezember) / Ø Rest-Jahr ohne Dezember).