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Faszienketten trainieren

Veronika Pfeffer

Autor

Veronika Pfeffer

National Group Fitness Manager

Faszienketten trainieren
Veronika Pfeffer

Autor

Veronika Pfeffer

National Group Fitness Manager

Du leidest unter Muskel- und Rückenschmerzen? Du bist ständig verspannt? Oft liegt die Ursache in den Faszien. So bleibst du beweglich: Was es mit Faszienketten auf sich hat, und wie du sie trainierst sowie fiese "Triggerpunkte" behandelst, erfährst du hier.

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Faszien & Anatomie: Was sind Faszien(ketten)?

 

Faszien sind dein Bindegewebe. Sie sind unterschiedlich stark/dick, umgeben alle Organe und durchdringen deine Muskeln. Man könnte auch sagen, dass jeder von uns nur eine Faszie besitzt, da sie alle zusammenhängen. Stelle dir Faszien vielleicht so vor, wie die weißen Fasern in einer Orange. Sie sind teilweise dick und gut zu erkennen, verteilen sich aber in immer kleiner werdende Bereiche. Sie halten alles an seinem Platz, sind aber trotzdem weich und beweglich. 

 

In deinem Bindegewebe verlaufen zusätzlich viele Nervenenden und Rezeptoren. Sie agieren als Bewegungs- und (leider auch) Schmerzmelder. Die Rezeptoren liefern dabei Informationen an deine Muskel(ketten) und das Gehirn. Auch die Energie deiner Bewegungen wird von den Faszien an Muskeln und Knochen weitergegeben.

 

Im sportlichen Umfeld sprechen wir von sogenannten "Faszienketten", die mehrere Muskeln und Gelenke überspringen und verbinden. Zusammenhängende Faszienketten ermöglichen das Zusammenspielen von verschiedenen, weit auseinander liegenden, Muskeln. Du kannst dir das bildlich so vorstellen, als wenn du an einer langen rückwärtigen Kette am Kopf ziehst, bis sie an den Füßen ankommt. Denn allein um aufrecht zu stehen, brauchst du Muskelketten, die vom Kopf bis zu den Füßen reichen. Man nennt sie auch myofasziale Ketten oder fasziale Leitbahnen.

 

Die wichtigsten dieser großen Muskel-Faszienketten sind: 

 

1. Die vordere (anteriore) Faszienkette

Sie läuft von den Füßen über Schienbeine, Oberschenkel, Becken, Bauch und Brust zum Kopf.

 

2. Die hintere (posteriore) Faszienkette

Sie führt von den Fußsohlen über Achillessehnen, Waden, hintere Oberschenkel und Rücken zum Schädel.

 

3. Die 2 seitlichen (lateralen) Faszienketten

Sie verbinden eine Muskelkette, die seitlich von Füßen und Beinen über das Becken zum Oberkörper läuft.

 

4. Die 2 spiralförmigen Faszienketten 

Sie verlaufen vom rechten Bein zum linken Oberkörper und ebenso auf der anderen Seite.

 

Das sind zumindest die größten 4 faszialen Leitbahnen. Der amerikanische Therapeut Tom Myers hat diese sogenannten "Anatomy trains" definiert, und beschreibt insgesamt 11 Muskelketten im Detail. Die Wissenschaft ist sich allerdings noch uneinig, welche wirklich von einem bis zum anderen Ende Kräfte/Energien übertragen.

 

Wie Faszien Schmerzen verursachen

 

Das Faszien-Bindegewebe verbindet, steuert und bewegt alle deine Muskeln. Die Verbindung aus Muskeln (Myo) und Faszien nennt man übrigens auch myofasziales System oder myofasziale Ketten. Einseitige Belastung, falsche Haltung, zu wenig Bewegung, Verletzungen und auch Stress lassen deine Faszien „verkleben“. Sie werden zusammengedrückt, verlieren Flüssigkeit und sind damit weniger elastisch. Eine ungesunde Ernährung verstärkt das übrigens auch – vor allem zu viel Zucker.

 

Ein gesundes Fasziengewebe sieht aus wie ein Gitternetz. Verklebte Faszien kannst du dir hingegen wie verfilzte Wolle vorstellen. Das myofasziale System funktioniert dann nicht mehr richtig und die Muskeln bewegen sich weniger geschmeidig. Ursachen sind: Verspannungen, Schmerzen und eine noch schlechtere Haltung.

 

By the way: Die Ursache für einen bestimmten Schmerz liegt oft an einer ganz anderen Stelle. Kopfschmerzen stammen z. B. oft aus Problemen in der Schulter oder Hüfte. Auch Narben sind meist extrem verklebte Faszien. So kann eine kleine Blinddarm-Narbe Beschwerden in der linken Schulter verursachen. Auch ein Muskel in der Wade, der wenig bewegt wird, verursacht Spannung in der Faszienkette und es kommt zu Rücken-Schmerzen. Fachleute sprechen in solchen Fällen vom myofaszialen Schmerzsyndrom.

 

Übungen gegen Rückenschmerzen

 

Faszienketten trainieren: TMX Trigger Schulter
Faszienketten trainieren: TMX Trigger Wade

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Faszien-Triggerpunkte

 

Der Ausgangspunkt eines Faszienschmerzes ist ein sogenannter myofaszialer Triggerpunkt. Dabei handelt es sich um eine Muskelverhärtung oder Verspannung – meist aufgrund tief verklebter Faszien. Der Muskel ist dauerhaft zusammengezogen und sehr empfindlich. Du fühlst einen Triggerpunkt oft selbst mit der Hand: Der Muskel ist hart und bei Druck hast du starke Schmerzen. Außerdem spürst du ein Zucken in den Muskelfasern.

 

Ein Triggerpunkt kann aber auch dauerhaft aktiv sein. Dann schmerzt er auch, wenn du ihn nicht berührst oder dich nicht bewegst. Ein latenter Triggerpunkt tut dagegen nur weh, wenn du ihn drückst. Trotzdem ist er wegen der zusammenhängenden faszialen Leitbahnen und Muskelketten möglicherweise für Schmerzen in anderen Regionen verantwortlich.

 

Manchmal lösen myofasziale Triggerpunkte z. B. auch ein "Schulter-Arm-Syndrom" aus. Der Ellbogen tut weh, die Ursache liegt aber in der Schulter. Durch unsere moderne Arbeitswelt treten schmerzhafte Triggerpunkte immer häufiger auf. Sitzt du den ganzen Tag gebeugt am PC? Dann ist auch bei dir ständig dieselbe Muskulatur unter Spannung. Wenn du die Maus bedienst, führt das zu Triggerpunkten im Unterarm. Ständiges Sitzen begünstigt eher Triggerpunkte im Nacken. Symptome sind oft Spannungsschmerzen im Kopf oder Beschwerden in der Hüfte.

 

So vermeidest du langes Sitzen!

 

Achtung: Oft werden auch Reflexzonen, die du vielleicht von der Massage kennst, Triggerpunkte genannt. Die sind aber immer da und haben mit deinen Nervenbahnen zu tun. Ein myofaszialer Triggerpunkt entsteht erst durch fehlende Belastungen. 

 

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Training gegen Faszien-Schmerzen

 

Da die Ursachen für Faszien-Schmerzen so vielfältig sind, sind auch myofasziale Therapien sehr umfassend. Sie reichen oft von Ernährungsberatungen, über psychologische Behandlungen, bis hin zu Bewegungsschulungen. Den wichtigsten Teil bilden aber immer Sport & Physio-Therapie.

 

Äußere Faszien behandeln

 

Faszienverklebungen lösen ... das gehört schon seit vielen Jahren zum Standard bei der Physio-Therapie. Massagen oder Wärme-Therapien waren die ersten Ansätze. Später kam die Faszienrolle dazu. Inzwischen haben Experten aber festgestellt, dass damit nur das oberflächliche Fasziengewebe unter der Haut (Fascia Superfiscialis) entspannt und gelockert wird. Langfristigen Erfolg erzielst du nur, wenn du auch die tieferen Faszien in den Muskeln erreichst.


Tiefe Faszien & Triggerpunkte behandeln

 

Um die Faszien der unteren Schichten zu erreichen und Triggerpunkte effektiv zu behandeln, ist viel Kraft nötig. Dein Physio-Therapeut erzeugt mit seinem Daumen den nötigen Druck. Dich selbst so zu massieren ist kaum möglich. Doch nun kannst du Triggerpunkte und tiefe Faszien selbst behandeln: Die TMX® Trigger Tools sind medizinische Produkte und imitieren den Daumen deines Physio-Therapeuten. Die Kraft kommt dabei aus dem eigenen Körpergewicht. 

 

Die kleinen handlichen Helfer sind für Triggerpunkte im Fuß, Bein, Rücken, Arm oder Nacken einsetzbar. In neuen Faszien-Kleingruppenkursen lernst du, wie du die Tools richtig verwendest. Deine Trainer zeigen dir auch gerne viele weitere Faszien-Übungen ohne Geräte. 

 

TMX-Trigger-Kurs bei Fitness First

 

 

Tipps & Übungen für Faszienketten

 

Die TMX® Trigger Tools sind super praktisch für den Alltag im Büro oder zu Hause. Es gibt aber noch viele weiteren tolle Faszien-Übungen und -Trainings, wie z. B. Yoga. 

 

Yoga-Übungen für Faszien

 

Yoga vereint dehnen und kräftigen. Darum findest du beim Yoga auch hilfreiche Dehnübungen für deine Faszien. Du kennst dich mit Yoga (noch) nicht aus? Kein Problem: Fitness First bietet viele verschiedene Yoga-Kurse, sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene.

 

Yoga-Kurse bei Fitness First

 

Triggerpunkte selbst massieren

 

Hast du selbst einen Triggerpunkt gefunden? Falls du den Knoten gut erreichen kannst, massiere ihn vorsichtig selbst: Wärme die Stelle als erstes (z. B. mit einem Körnerkissen) für ca. 10 Minuten. Danach machst du mit deinen Fingern kreisende Bewegungen auf der Verspannung. Drücke aber nicht zu fest! Wenn du nämlich mit deinen Händen und Armen zu viel Kraft ausübst, bist du nicht entspannt und der Triggerpunkt in den Muskelketten löst sich nicht auf. Massiere dich daher lieber mehrmals am Tag mit weniger Kraft.

 

Weitere Faszien-Übungen für den Alltag

 

  • Faszien im Fuß mit Tennisball

 

Steh' auf und stelle dich barfuß oder mit Socken auf einen Tennisball. Dann rolle deine ganze Fußsohle inkl. der Zehen in alle Richtungen mit etwas Druck ab. Nimm den Ball auch unter die Ferse, stelle die Zehen auf und pumpe dann den Ball, als wenn du einen Blasebalg treten würdest. Damit kannst du Fersensporn vorbeugen oder lindern. Das machst du mit jedem Fuß etwa 1-2 Minuten. Da du damit einen Teil der hinteren Faszienkette bearbeitest, wirkt sich diese Übung auch auf die komplette hintere Muskelkette aus.

 

  • Kleine Sprünge

 

Mache ohne Schuhe breitbeinig kleine Sprünge! Achte darauf, dass du mit dem Fußballen kurz zum Boden kommst, wie ein Flummiball. Variiere die Sprünge auch gerne: Mal seitlich oder nach vorne und hinten. Hüpfe ca. 10-20 Mal und mache dann eine Pause. Es reicht, wenn du die Übung 2-3x wiederholst. Sie  aktiviert die sehnigen Faszien in deinem Gewebe in den Beinen.

 

  • Faszien-Übung: "Äpfel pflücken"

 

Stelle dich hin und greife abwechselnd mit beiden Händen über dich, als ob du Äpfel vom Baum pflücken würdest. Dabei schaust du nach oben. Mit jedem Arm greifst du 15 Mal in verschiedene Richtungen. Spüre dabei, wie der Zug sich bis in deine Hüfte ausdehnt. So aktivierst du die faszialen Leitbahnen in den Armen und im Oberkörper.

 

  • Power-Schultern 

 

Lass' dich mit beiden Händen gegen eine Wand fallen und stoße dich wieder von ihr ab. Versuche den Kontakt zur Wand kurz und dynamisch zu gestalten. Wiederhole 12 Mal und mache eine Pause von ca. 1 Minute. Dann machst du noch 2 weitere Durchgänge. Du kannst dabei die Hände immer wieder unterschiedlich aufsetzen, um noch mehr Fasziengewebe im Oberkörper anzusprechen. 

 

Faszienketten trainieren: TMX Trigger zu Hause
Faszienketten trainieren: TMX Trigger unterwegs

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FAQ zu Faszien(ketten)

 

    Faszien sind dein (Binde-)Gewebe. Sie bestehen hauptsächlich aus Kollagenen und einer wässrigen Grundsubstanz, durchziehen deinen ganzen Körper und umschließen alle Muskelketten und Organe. Zur Anatomie: Alle Faszien sind wie ein Netz miteinander verbunden. Sie formen, bewegen und halten, geben aber auch Informationen im Körper weiter.

    Faszien bilden eine bewegliche Hülle um alle Muskeln und Muskelfasern. In den Faszien befinden sich aber auch viele Rezeptoren. Diese leiten Bewegungen und Schmerzen an dein Gehirn weiter. Daher nennt man z. B. Muskel- und Rückenschmerzen, oder Beschwerden in der Hüfte, auch oft Faszien-Schmerzen.

    Die oberen Faszien lassen sich mit Faszienrollen gut selbst behandeln. Tiefe Faszien erreichst du z. B. mit Trigger Tools, wie oben bereits beschrieben. Yoga- und Dehnübungen halten die Faszien ebenfalls beweglich. Mache aber nichts, was die Schmerzen verschlimmert! Alle Übungen sollten deine Beschwerden lindern und eher einen "Wohlfühlschmerz" erzeugen. Wenn du dir unsicher bist, was dir gut tut, frage am besten einen professionellen Trainer oder Physio-Therapeuten.

    Das myofasziale Schmerzsyndrom beschreibt Muskel- und Gelenkschmerzen, die von sogenannten Triggerpunkten ausgehen, z. B. in der Hüfte. Das sind verspannte und verhärtete Faszienpunkte. Durch die verbindenden Faszien strahlen die Schmerzen oft auch in andere Gewebe deines Körpers aus.

    Faszien, die z. B. durch eine ungesunde Haltung nicht ausreichend, oder nur einseitig bewegt werden, verlieren Flüssigkeit. Deine Faszien werden dadurch weniger elastisch und verkleben. Auch Verletzungen können Verklebungen hervorrufen.

    Faszien umhüllen und durchdringen alle deine Muskeln wie auch Organe. Faszien, die zusammenarbeitende Muskeln verbinden, nennt man Faszienketten. Grob unterscheidet man eine fasziale Kette an der Vorderseite des Körpers, eine an der Rückseite und 2 seitliche. Dazu kommen 2 spiralförmige Faszienketten sie winden sich in der Anatomie von einem Bein zum gegenüberliegenden Oberkörper. 

    Es gibt verschiedene Arten von Faszientraining. Beim Workout mit der Faszienrolle wird versucht, den Wasseraustausch und damit die Versorgung der Faszien zu verbessern und leichte Verklebungen zu lösen. Beim faszialen Dehnen sowie beim Yoga stellst du zusätzlich spezifische Funktionalitäten deiner Faszien wieder her. Bei plyometrischen Übungen aktivierst du die Faszien und machst sie belastbarer. Und beim Training mit Trigger Tools werden tiefe Faszien gelöst – dabei werden sie zunächst zusammengedrückt, und wenn sie sich wieder entspannen, nehmen sie vermehrt Flüssigkeit auf.

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    Faszientraining bei Fitness First

     

    Deine (Personal) Trainer von Fitness First begleiten dich gerne auf deinem Weg, deine Faszien effektiv zu trainieren und "in Schuss" zu halten. Probiere in deinem Club verschiedene Trainingsmethoden und schau, was dir am meisten Spaß macht. Sehr empfehlenswert sind auch Yoga-Kurse sowie die neuen Faszien-Kleingruppenkurse von TMX®. Das Training ist nicht auf einen Bereich beschränkt, sondern mobilisiert, aktiviert und stabilisiert ganze fasziale Ketten. Damit linderst du aktiv Schmerzen, beugst Beschwerden vor und steigerst deine gesamte Leistungsfähigkeit.

     

    Faszientraining bei Fitness First     TMX Trigger Kurs

     

     

    Faszienketten trainieren: TMX Trigger Gruppen-Kurse
    Faszienketten trainieren: TMX Trigger Fitnessstudio

     

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