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Richtig Dehnen: So geht's!

Rebecca Kapfinger

Autor

Rebecca Kapfinger

Redakteurin Fitness & Ernährung

Dehnen: So geht's richtig!
Rebecca Kapfinger

Autor

Rebecca Kapfinger

Redakteurin Fitness & Ernährung

Du sitzt von morgens bis abends am Schreibtisch? Wenn Nacken und Schultern weh tun, ist Strecken angesagt – aber auch beim Trainieren! Was Stretching bringt, wie du dich richtig dehnst plus hilfreiche Übungen im Alltag und beim Sport.

Warum ist Dehnen so wichtig?

 

Stretching ist ein ziemlich komplexes Thema. Mal heißt es, Dehnen bringt nichts oder ist sogar schädlich. Dann liest du wieder, es sei super wichtig. Was stimmt denn jetzt?

 

Richtig ist: Durchs Stretchen werden deine Muskeln nicht länger. Du ziehst die Fasern beim Dehnen nur kurz auseinander. Danach gehen sie wieder in ihre Position zurück. Muskeln verkürzen auch nicht. Es ist dein Bindegewebe, welches dich beim Bewegen einschränkt. Die sogenannten "Faszien" lassen sich aber mit geeigneten Techniken gut dehnen und aktivieren. Dadurch wirst du beweglicher, flexibler und bewegst dich geschmeidiger.

 

Faszien(ketten) richtig trainieren

 

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Das bringt Dehnen im Alltag

 

Durch zu langes Sitzen in Büro & Co. ist bei vielen Menschen die Rückseite der Oberschenkel verkürzt. Das führt zu Verspannungen und Schmerzen. Passende Dehnübungen sowie Faszientraining ziehen dein Bindegewebe wieder lang und lockern es. Einfach mal "langmachen" hilft übrigens auch bei Stress. Dehnen entspannt nämlich nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Und es geht immer und überall, auch am Schreibtisch!

 

Tipps gegen Stress

 

Gute Dehnübungen im Sitzen

 

  • Nacken dehnen

 

Greif' mit deiner linken Hand an die rechte Seite deines Kopfes. Bewege ihn leicht nach links (nicht ziehen – dafür ist deine Halswirbelsäule zu empfindlich!). Strecke gleichzeitig deinen rechten Arm nach unten, als wenn du etwas runterdrücken würdest. Halte für etwa 20 Sekunden, dann entspanne wieder. Wiederhole für die andere Seite.

 

  • Schultern dehnen

 

Um deine Schultern am Schreibtisch vor Verspannungen zu schützen, lass' sie einfach kreisen. Deine Arme hängen dabei seitlich runter. Drehe deine Schultern ein paar mal langsam rückwärts und dann vorwärts.

 

  • Rücken dehnen

 

Cat Cows kennst du vielleicht aus dem Yoga. Statt auf allen Vieren kannst du die Dehnübung aber auch im Sitzen machen. Mach' den Rücken abwechselnd rund wie einen Katzenbuckel und drück' ihn dann durch ins Hohlkreuz. Halte jede Position für ca. 10 Sekunden.

 

Zu langes Sitzen führt zu Verspannungen und Schmerzen. Dehnen am Schreibtisch geht aber ganz leicht mit folgenden Übungen!
Greif' mit deiner linken Hand an die rechte Seite deines Kopfes. Zieh' ihn leicht nach links. Strecke gleichzeitig deinen rechten Arm nach unten, als wenn du etwas runterdrücken würdest.

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Das bringt Dehnen beim Sport

 

Durch regelmäßiges Stretching und/oder Mobility-Kurse bleiben deine Gelenke, Sehnen, Bänder und Faszien elastischer. So kannst du dich besser und umfangreicher bewegen.

 

Die sogenannte „Range of Motion“ ist übrigens auch beim Krafttraining wichtig, um deine Muskulatur optimal auszulasten: Denn wenn du einen Muskel anspannst, wird sein Gegenspieler gestreckt. Ist der aber zu kurz, kannst du die Übung nicht komplett ausführen. Wenn du z. B. bei Squats (Kniebeugen) weiter runterkommst, ist die Übung viel effektiver!

 

Kniebeugen für Anfänger:innen

 

Aber auch bei anderen Sportarten gilt: Je beweglicher du bist, desto weniger verletzt du dich. Darum machen viele Profi-Sportler:innen z. B. auch Yoga. Es ist das perfekte Dehn-Workout! Stretching verbessert außerdem deine Koordination. Dadurch sparst du wertvolle Energie. 

 

Yoga-Stile im Check

 

Dehnen & Muskelkater

 

Dass Dehnen gegen Muskelkater hilft, ist ein Mythos. Das haben schon viele Studien gezeigt. Du verhinderst ihn nicht, wenn du dich vor dem Sport statisch dehnst, noch wird er vom anschließenden Stretchen besser. Es ist sogar mittlerweile bewiesen, dass Muskelkater vom Dehnen schlimmer wird! Gegen fiese Muskelschmerzen helfen aber folgende Tipps:

 

Was hilft gegen Muskelkater?

 

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Dehnen vor oder nach dem Sport?

 

Lange Zeit war es normal, sich beim Aufwärmen vor dem Workout ordentlich zu dehnen. Viele machen das immer noch so. Inzwischen ist aber das Dehnen nach dem Sport als richtig erkannt. Warum ist das so?

 

Dehnen vor dem Training

 

Regel Nummer 1 vor dem Sport: das Warm-up. Damit werden deine Muskeln geschmeidig. Dehnen vor dem Training ist aber nicht so wichtig – bei manchen Sportarten ist der Effekt sogar negativ. Statisches Dehnen entspannt nämlich die Muskeln. Für dein Workout bringen sie dann nicht die nötige Kraft auf. Das bedeutet: Du bist weniger leistungsfähig und verletzt dich schneller!

 

Warm-up-Übungen 

 

Besser sind vorbereitende Mobility-Übungen, z. B. mit der Faszien-RolleStretche dich höchstens mit dynamischen Dehnübungen. Und achte darauf, dich nicht lang oder ruckartig zu strecken lieber kurz und fließend.

 

Dehnen nach dem Training

 

Nach dem Sport ist Stretching wirklich sinnvoll. Statisches Dehnen dauert mind. 30 Sekunden bis zu 2 Minuten. Dadurch entspannen sich deine Muskeln nach dem Workout. Willst du die Dehnung möglichst lange halten, nimm' eine angenehme Position ein, in der andere Muskeln wenig aktiv sind. Übrigens: Mit Dehnübungen bekommst du auch deinen Kopf frei! Muskeln, Faszien und Gehirn steuern sich nämlich gegenseitig. 

 

So steigerst du deine mentale FitnesS!

 

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Dehnübungen für Einsteiger:innen

 

Bevor du dich verbiegen kannst wie eine Brezel, ist es ein langer Weg. Überfordere dich nicht gleich mit komplizierten Stretches! Einfache statische Übungen reichen am Anfang aus, um dich flexibler zu machen. Bau' ein Stretch-Workout evtl. auch an einem Tag ohne Training zum Regenerieren ein.

 

Allgemeine Tipps zum Dehnen

 

  • Dehne niemals kalte Muskeln – immer vorher aufwärmen.
  • Dehne dich vor dem Training höchstens dynamisch.
  • Suche dir eine sichere Position – stütze dich beim Stehen ruhig ab.
  • Atme bei Dehnübungen ruhig und gleichmäßig und halte nicht die Luft an.
  • Strecke dich nicht so weit, dass es weh tut! Eine leichte Spannung ist okay.

 

1. Dehnübungen für die Arme

 

Besonders beim Krafttraining sind deine Arme immer mit dabei. Je beweglicher sie sind, desto besser.

 

  • Für Unterarme und Bizeps gehst du in den Vierfüßler-Stand. Jetzt drehst du aber deine Hände, sodass deine Finger zu den Knien zeigen. Du spürst dabei schon eine leichte Dehnung in den Unterarmen. Reicht der Stretch noch nicht, dann geh' langsam etwas mit dem Po nach hinten. Halte ca. 30 Sekunden.

 

  • Um deinen Trizeps zu dehnen, legst du die linke Hand von oben zwischen deine Schultern. Mit der anderen Hand greifst du über deinen Kopf und drückst den linken Ellenbogen noch etwa weiter runter (siehe Bild). Diese Position hältst du für ca. 30 Sekunden und nimmst dann den anderen Arm.

 

Um deinen Trizeps zu dehnen, legst du die linke Hand von oben zwischen deine Schultern. Mit der anderen Hand greifst du über deinen Kopf und drückst den linken Ellenbogen noch etwa weiter runter.
Der Hüftbeuger ist kein einzelner Muskel, sondern eine Muskelgruppe. Sie läuft von deiner Lendenwirbelsäule über dein Becken nach vorne zum Oberschenkel.

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2. Hüftbeuger dehnen

 

Der Hüftbeuger ist kein einzelner Muskel, sondern eine Muskelgruppe. Sie läuft von deiner Lendenwirbelsäule über dein Becken nach vorne zum Oberschenkel. Viel Sitzen macht den Bereich schnell unbeweglich und es kommt zu Rückenschmerzen. Darum ist es wichtig, den Hüftbeuger zu dehnen. Kombiniere am besten folgende 2 Übungen, um jeden Muskel der Gruppe zu erwischen.

 

  • Stell' dich auf dein linkes Bein. Halte dich ruhig irgendwo fest, wenn du nicht stabil stehst. Fasse dein rechtes Bein am Fußgelenk und zieh' es Richtung Po. Wichtig: Spanne Po und Bauch an, um deine Hüfte bewusst nach vorne zu schieben und nicht ins Hohlkreuz zu gehen. Dein Oberschenkel wird gedehnt. Halte ca. 30 Sekunden, entspanne und wechsel die Seite.

 

  • Mach' mit links einen weiten Ausfallschritt nach hinten. Dein rechtes Bein ist fast 90 Grad gebeugt. Auch das hintere Knie beugst du leicht. Die linke Ferse verlässt den Boden. Jetzt richte den Oberkörper auf und strecke deine Arme mit breiter Brust nach oben (siehe Bild oben). Du spürst den Stretch jetzt weiter oben im Oberschenkel und in der Leiste. Halte ca. 20 Sekunden und wechsel die Seite.

 

3. Dehnübungen für die Beine

 

Deine Beine haben sehr viele Muskeln. Teilweise werden sie auch schon bei anderen Übungen gedehnt. Beim Hüftbeuger-Dehnen ist der vordere Oberschenkel z. B. bereits dabei. Der hintere Oberschenkel ist allerdings eine typische Schwachstelle bei vielen Sportler:innen. In folgendem Artikel findest du Hamstring-Übungen zum Nachmachen:

 

Ischiocrurale Muskulatur trainieren

 

Daneben ist es wichtig, noch Adduktoren und Waden zu dehnen. Dazu gibt es je eine einfache Übung:

 

  • Um die Adduktoren zu dehnen, machst du einen Ausfallschritt zur linken Seite. Dein linkes Bein beugst du, dein rechter Fuß bleibt am Boden. Halte für ca. 30 Sekunden und verlagere dann auf dein rechtes Bein. Tipp: Mit einem Theraband ist die Übung noch effektiver!

 

  • Um die Waden zu dehnen stellst du dich mit den Füßen etwa 30 cm von einer Wand entfernt aufrecht hin. Mach' mit links einen Ausfallschritt nach hinten. Lehne dich mit den Händen an die Wand. Je weiter du dein vorderes Bein beugst, desto stärker wird der Stretch hinten. Wechsel die Seite nach ca. 30 Sekunden.

 

Um die Adduktoren zu dehnen, machst du einen Ausfallschritt zur linken Seite. Dein linkes Bein beugst du, dein rechter Fuß bleibt am Boden.
Um die Waden zu dehnen stellst du dich mit den Füßen etwa 30 cm von einer Wand entfernt aufrecht hin. Mach' mit links einen Ausfallschritt nach hinten. Lehne dich mit den Händen an die Wand.

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4. Großen Brustmuskel dehnen

 

Der große Brustmuskel wird bei wichtigen Muskelaufbau-Übungen, wie z. B. beim Bankdrücken, eingesetzt. Besonders, wenn du mit freien Hanteln trainierst, ist es wichtig, dass er dir große Bewegungen erlaubt.

 

  • Stell' dich an einen Türrahmen, einen Schrank oder im Gym an ein Squat-Rack. Halte den rechten Arm seitlich hoch auf Schulterhöhe. Winkel' den Unterarm nach oben um 90 Grad an und leg' ihn an den Türrahmen. Geh' einen kleinen Schritt nach vorne, sodass dein angehobener Arm etwas hinter der Brust ist. Jetzt drehst du deinen Oberkörper nach links, bis du die Dehnung in der Brust merkst. Halte ca. 30 Sekunden, entspanne und wechsel die Seite.

 

5. Rücken dehnen

 

Im Rücken gibt es links und rechts einen großen Muskel, der von der Schulter bis fast zum Po geht. Wenn du die beiden flexibel hältst, bist du also im Oberkörper um einiges beweglicher.

 

  • Geh' auf die Knie und setz' dich auf deine Fersen. Beuge den Oberkörper nach vorne. Forme dich zu einem "Päckchen", indem du deine Arme anziehst und deine Hände auf die Knie legst. Jetzt streckst du deinen rechten Arm nach vorne links. „Krabbel“ mit der Hand so weit, bis du die Dehnung spürst. Halte ca. 1 Minute und wechsel den Arm.

 

Übungen gegen Rückenschmerzen

 

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Dehnübungen morgens oder abends?

 

Bist du manchmal verspannt, wenn du morgens aufwachst? Dann hilft ein kleines Dehnprogramm schneller auf die Beine! Es fördert die Durchblutung und den Kreislauf. Ob du dich zum Start in den Tag mit statischen oder dynamischen Übungen wohler fühlst, entscheide selbst.

 

Aber auch abends entspannen Yoga, Stretching & Co. Körper und Geist. Ein sanftes Workout am Abend lässt dich nachweislich besser und gesünder schlafen. Übrigens: Für deine Mobility spielt es keine große Rolle, ob du dich früh oder spät dehnst. Wichtig ist nur, ob und wann du am Tag ein Training planst.

 

Tipps für einen besseren Schlaf

 

Bist du manchmal verspannt, wenn du morgens aufwachst? Dann hilft ein kleines Dehnprogramm schneller auf die Beine! Es fördert die Durchblutung und den Kreislauf.
Auch abends entspannen Yoga, Stretching & Co. Körper und Geist. Ein sanftes Workout am Abend lässt dich nachweislich besser und gesünder schlafen.

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FAQ zu Dehnen

 

    Sich nach dem Trainieren zu dehnen, oder auch ein separates Dehnprogramm zu machen, hat viele Vorteile. Deine Gelenke werden flexibler und dein Bindegewebe wird gedehnt. Außerdem gewöhnst du deinen Körper an größere und gezieltere Bewegungen. So schmerzt es nicht beim Stretchen und du führst dein Workout leichter aus.

    Dehnen vor dem Workout ist sehr umstritten. Wenn du es machst, dann nur mit kurzen, dynamischen Einheiten. Sonst steigt die Gefahr, dich zu verletzen. Nach dem Training sind deine Muskeln gut aufgewärmt und durchblutet. Dein Körper reagiert besser auf die Dehnübungen und du wirst langfristig beweglicher.

    Ob du dein Yoga- oder Dehnprogramm morgens oder abends machst, ist an sich egal. Viele finden es früh angenehmer, um Verspannungen aus der Nacht loszuwerden. Wichtig ist nur, dass du dich nicht unmittelbar vor dem Workout statisch dehnst.

    Dehnübungen selbst verbrauchen relativ wenig Kalorien. Darum kannst du allein durch Dehnen nicht abnehmen. Aber bist du beweglicher, hast du u. a. beim Krafttraining eine größere „Range of Motion“. Deine Übungen werden so effektiver und verbrennen mehr Kalorien.

    Ein Muskel wird durchs Stretching nur kurz auseinandergezogen, also nicht dauerhaft länger. Aber er gewöhnt sich mit der Zeit daran, seine ganze Länge auszunutzen. Außerdem wird das Bindegewebe (Faszien), rund um den Muskel gedehnt. Das gibt dem Muskel mehr Freiraum.

    Ja, Dehnen kann schädlich sein, wenn du es falsch machst! Dich über deine Schmerzgrenze zu dehnen, ist zum Beispiel nicht gut. Auch kalte Muskulatur zu dehnen, ist nicht effektiv. Außerdem erhöht statisches Dehnen vor dem Sport die Gefahr von Verletzungen.

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    Dehnübungen & Co. bei Fitness First

     

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    Quellen:

     

     

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