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Squats richtig machen - Kniebeugen für Anfänger:innen

Ulrike Syring

Autor

Ulrike Syring

Gastautorin & Schwimm-Expertin

Kniebeugen für Anfänger:innen
Ulrike Syring

Autor

Ulrike Syring

Gastautorin & Schwimm-Expertin

Die Kniebeuge (engl. Squat) ist ein super beliebtes Trainingselement, wenn es darum geht, dich sportlich zu steigern. Ob Abnehmen oder Muskeln aufbauen: Hier erfährst du alle Vorteile, beliebte Squat-Varianten und wie du Kniebeugen sauber ausführst.

Was bringen Kniebeugen?

 

Die Wirkung von Kniebeugen ist unumstritten. Viele Sportler:innen aus allen möglichen Trainingsbereichen machen sie, um ihre Leistung zu verbessern. Kein Wunder: Squats verbessern Sprungkraft sowie Schnellkraft und stabilisieren die ganze untere Hälfte deines Körpers. Sie helfen außerdem beim Regenerieren nach Verletzungen. Die 3 Top-Facts:

 

  1. Kniebeugen sind gesund!
  2. Squats trainieren viele Muskeln!
  3. Kniebeugen verbrennen viele Kalorien!

 

1. Kniebeugen sind gesund

 

Oft reichen schon Kniebeugen mit dem eigenen Körpergewicht (Functional Training). Sauber ausgeführte Squats haben folgende Vorteile für deine Gesundheit:

 

  • Deine Knochendichte nimmt zu.

  • Du wirst beweglicher. 

  • Sie können sogar gegen Arthrose helfen.

 

2. Squats trainieren viele Muskeln

 

Ein großer Vorteil der Übung ist, dass Kniebeugen große Muskelgruppen beanspruchen. Im Prinzip ist dein ganzer Körper dabei im Einsatz. Baust du Squats in deine Workout-Routine ein, sparst du also Zeit. Außerdem lernen deine Muskeln so besser zusammenzuarbeiten. Dadurch wirst du am Ende kräftiger. Ein Überblick, welche Muskeln Squats trainieren:

 

  • Oberschenkel vorne (Quadrizeps)

  • Oberschenkel-Muskulatur hinten (Ischiocrurale Muskulatur)

  • Oberschenkel innen

  • Po-Muskel (Gluteus)

  • Waden

  • Rücken

  • Bauchmuskeln

 

Die meiste Kraft bei der Kniebeuge kommt aus der vorderen und hinteren Oberschenkel-Muskulatur und deinem Po. Behilflich sind auch Wade, Bauch und Rücken. Übrigens: Je breiter du stehst, desto mehr beanspruchst du deine Muskeln an der Oberschenkel-Innenseite. Stehst du enger, sind hauptsächlich die vorderen Oberschenkel aktiv.  

 

3. Kniebeugen verbrennen viele Kalorien

 

Kniebeugen sind auch gut geeignet, um abzunehmen. Du beanspruchst nämlich große Muskelgruppen. Damit verbrauchst du im Workout selbst viel Energie und deine Muskeln wachsen. Je größer deine Muskulatur, desto mehr Kalorien verbrennst du auch in Ruhe-Phasen.

 

Der genaue Kalorienverbrauch von Squats unterscheidet sich natürlich bei den unterschiedlichen Kniebeugen-Varianten. Machst du Squats mit Gewichten oder mit deinem eigenen Körpergewicht? Machst du Kniebeugen einbeinig oder sogar mit Sprüngen? Außerdem spielt es eine Rolle, wie viel du wiegst. Darum siehst du hier nur einen Durchschnittswert dazu, wie viele Kalorien Kniebeugen verbrennen:

 

Die Grundlage ist der sogenannte MET-Wert (Metabolisches Äquivalent). Sportwissenschaftler:innen haben für jede Aktivität einen MET errechnet. Multiplizierst du ihn mit deinem Körpergewicht, weißt du ungefähr, wie viele Kalorien du pro Stunde verbrauchst.

 

  • Kniebeugen ohne Gewicht haben z. B. beim langsamen Ausführen den MET 3,8.

  • Beispiel: 80 kg Körpergewicht x MET 3,8 = 304 kcal/Stunde.  

 

  • Kniebeugen mit der Langhantel gehören zum Krafttraining mit Gewichten. Das hat den MET 5.

  • Beispiel: 80 kg Körpergewicht x MET 5 = 400 kcal/Stunde.

 

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Squats richtig ausführen

 

Um die vielen Vorteile von Kniebeugen zu nutzen, ist es wichtig, sie korrekt auszuführen. Die folgende Anleitung zeigt dir Punkt für Punkt, wie du Squats richtig machst. Sie gilt als Grundübung, auf der alle Varianten aufbauen. Die Stellung und der Ablauf sind z. B. bei Squats mit Gewichten genau gleich. Du hältst im Grunde nur die Arme anders.

 

1. Füße

 

Für die richtige Kniebeuge ist wichtig, dass du sicher und fest stehst.

 

  • Stell deine Füße etwa schulterbreit auf.

  • Deine Fußspitzen zeigen leicht nach außen.

  • Dein Gewicht liegt gleichmäßig auf dem ganzen Fuß: Ballen, Außenkante & Ferse.

  • Deine Vorderfüße versuchen den Boden „auseinanderzuziehen“.

 

2. Hüfte, Bauch & Po

 

Dein Rumpf bleibt stabil. Das hält deine untere Wirbelsäule an ihrem Platz.

 

  • Spanne deinen Po an.

  • Spanne deine Bauchmuskeln an und halte die Spannung während der ganzen Übung.

  • Deine Hüfte schiebst du leicht nach vorne, sodass dein Becken gerade unter deinem Bauch ist.

 

3. Oberkörper

 

Auch die obere Wirbelsäule ist während der ganzen Bewegung fixiert.

 

  • Dein Rücken bleibt gerade.

  • Die Schultern ziehst du leicht nach hinten unten.

 

4. Runtergehen

 

Stelle dir dabei einfach vor, du würdest dich auf eine Stuhlkante (hinter dir) setzen.

 

  • Strecke als erstes deinen Po nach hinten.

  • Beuge deine Knie – sie zeigen in dieselbe Richtung wie deine Zehen.

  • Die Knie gehen dabei etwas nach außen.

  • Versuche, deine Oberschenkel mindestens parallel zum Boden zu kriegen.

  • Deine Arme zeigen nach vorne.

  • Dein Blick geht die ganze Zeit nach vorne.

  • Beim Runtergehen atmest du ein.

 

5. Raufgehen

 

Auf dem Weg nach oben führst du die Bewegung etwa doppelt so schnell aus wie nach unten.

 

  • Spanne wieder deinen Po an.

  • Gib Druck auf die Fersen.

  • Strecke die Beine komplett durch.

  • Auf dem Weg nach oben atmest du aus.

 

 

Häufige Fehler bei Kniebeugen

 

Du siehst schon: Bei Squats sind viele Punkte zu beachten. Oft verursachen Knie und Rücken bei falsch ausgeführten Kniebeugen Schmerzen. Das hat meistens folgende Gründe:

 

  1. Deine Knie fallen nach innen zu X-Beinen. Das passiert z. B., wenn du zu viel Gewicht aufgeladen hast. Dabei verletzt du dich schneller.

  2. Die Fersen gehen (zu) hoch. Das kommt oft vor, wenn du Angst hast, nach hinten zu kippen.

  3. Du machst deinen Rücken rund. Das schadet der Wirbelsäule, besonders wenn du mit der Langhantel trainierst.

  4. Du gehst in eine Hocke statt einer Kniebeuge. Das passiert, wenn du zuerst die Knie beugst. Stattdessen ist es wichtig, erst deinen Po nach hinten zu bringen und dann erst runterzugehen.

 

 

Squats-Übungen für Anfänger:innen

 

Damit beliebte Fehler bei der Kniebeuge erst gar nicht entstehen, kommen hier noch ein paar Übungen und Hilfsmittel für Anfänger:innen.

 

  • Hantelscheiben oder ein Brett unter deinen Fersen: Das hilft, wenn du es nicht schaffst, die Fersen während der ganzen Übung unten zu lassen.

 

  • Die sogenannte „Wandsitz-Übung“: trainiert die richtige Haltung und kräftigt deine Muskeln für Squats. „Setz“ dich an eine Wand ohne Stuhl unter dir. Halte die Position für eine halbe bis ganze Minute.

 

  • Ein Mattenstapel oder eine Box (ca. einen halben Meter) hinter dir: Das ist nützlich, um richtig runterzugehen bei der Kniebeuge. Außerdem kannst du die Höhe individuell anpassen, um auf jeden Fall tief genug zu gehen.

 

  • Squats mit Band um die Knie: Das erinnert dich immer daran, die Knie leicht nach außen zu drücken und nicht in X-Beine zu verfallen.

 

  • Squats mit Kettlebell oder Hantel vor der Brust („Goblet Squats“): Sie sorgen dafür, dass du nicht nach hinten kippst.

 

  • Kniebeugen mit einer Stange ohne Gewicht: Sie sind ebenfalls eine gute Squats-Übung. Mit der Stange hinter dem Kopf hältst du automatisch die Schultern hinten. Hältst du die Stange vorne an dein Schlüsselbein, trainierst du die gerade Haltung. 

 

  • Eine Squat-Maschine: gibt dir mehr Sicherheit, wenn du Kniebeugen mit der Langhantel übst. Du kannst das Gewicht damit nicht fallen lassen.

 

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Squats-Varianten im Check

 

Squats sind auch darum so effektiv, weil du sie gut variieren kannst. In unterschiedlichen Haltungen trainierst du deine Muskeln jedes Mal wieder anders. Hier die wichtigsten:

 

  1. Front Squat vs. Back Squat

  2. Sumo Squats

  3. Kniebeugen einbeinig

  4. Bulgarian Split Squats

  5. Kniebeugen-Sprünge

 

1. Front Squat vs. Back Squat

 

Die Grundbewegung ist bei beiden gleich. Beim Back Squat liegt eine Langhantel auf deinen Schultern, genauer auf dem Trapez-Muskel leicht oberhalb deiner Schulterblätter.

 

Beim Front Squat hältst du die Langhantel praktisch in der Gewichtheber-Position. Sie liegt an deinem Hals in der Kuhle, die zwischen Schulter und Schlüsselbein entsteht. Lass dir das aber am besten von deine:r Trainer:in im Club genau zeigen!

 

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Beide Varianten beanspruchen übrigens deine Muskulatur stärker, weil du mit Gewicht arbeitest. Mit der hinteren Kniebeuge stemmst du in der Regel das meiste Gewicht und sorgst dafür, dass deine Muskeln schneller wachsen. Bei der vorderen Kniebeuge brauchst du mehr Stabilität im Rumpf, damit die Hantel nicht nach vorne rausfällt. Du musst im Oberkörper möglichst gerade bleiben.

 

2. Sumo Squats

 

Bei Sumo Squats stehen deine Füße weiter als schulterbreit auseinander. Sie sind etwa 45 Grad nach außen gedreht. Deine Hände hältst du vor deiner Brust zusammen. Ansonsten ist der Ablauf wie beim normalen Squat. Der Unterschied: Die Innenseite deiner Oberschenkel und die Adduktoren werden stärker beansprucht. Sumo Squats mit Kurzhantel oder Kettlebell erhöhen die Intensität.

 

3. Kniebeugen einbeinig

 

Einbeinige Kniebeugen sind nicht nur für das einzelne Bein und den Po-Muskel anspruchsvoller als mit beiden Beinen. Sie stärken auch dein Sprunggelenk und verbessern das Gleichgewicht. In der Ausgangsposition stehst du etwas enger. Du führst sie weitestgehend aus wie die einfache Kniebeuge. Anfänger:innen heben einfach einen Fuß leicht vom Boden ab. Fortgeschrittene machen „Pistol Squats“ – bei denen wird das nicht belastete Bein gerade nach vorne gestreckt.  

 

4. Bulgarian Split Squats

 

Bulgarian Split Squats sind ebenfalls eine Form der einbeinigen Kniebeuge. Dabei liegt aber ein Fuß auf einer Bank ab, die hinter dir steht. Der Fuß auf dem Boden ist etwas nach vorne verschoben. Beuge das vordere Knie, bis das hintere fast den Boden berührt oder soweit du eben kommst. Wichtig: Übe mit dem hinteren Bein keinen Druck aus, arbeite nur mit dem vorderen.

 

Diese Kniebeugen-Variante belastet den Rücken weniger. Außerdem ist sie nicht so anstrengend, weil du den hinteren Fuß ablegst und dabei das Gewicht abgefangen wird. Gleichzeitig ist die Übung aber trotzdem effektiv, weil du nur mit einem Bein arbeitest. Außerdem ist der Rumpf die ganze Zeit angespannt, um das Gleichgewicht zu halten.  

 

5. Kniebeugen-Sprünge

 

Bei Jump Squats drückst du dich aus der unteren Kniebeugen-Position kraftvoll nach oben und springst ab. Dabei schwingst du die Arme mit. Achte darauf, mit leicht gebeugten Knien und dem ganzen Fuß aufzukommen, um die Landung abzufedern. Dein Oberkörper bleibt gerade, der Blick geht nach vorne. Kniebeugen-Sprünge sind super, um deine Schnell- & Sprungkraft zu verbessern.

 

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FAQ zu Squats

 

    Ja, Squat ist einfach die englische Bezeichnung für eine Kniebeuge. 

    Deine Knie dürfen bei Squats auch über die Fußspitzen hinaus gehen. Dass die Knie hinter den Zehen bleiben müssen, ist veraltet.

    Die klassische Kniebeuge trainiert hauptsächlich den vorderen Oberschenkel, die Adduktoren und den Po. Gleichzeitig sind Rückenstrecker und Bauchmuskeln aktiviert.

    Wie viele Sätze und Wiederholungen du bei Kniebeugen machen solltest, hängt von deinem Ziel ab. Um Muskeln aufzubauen empfehlen wir dir Squats mit der Langhantel: 3x die Woche, in 4-6 Sätzen, mit je 6-12 Wiederholungen. Für mehr Kraft-Ausdauer machst du deutlich mehr Wiederholungen, hast aber kein oder nur wenig zusätzliches Gewicht.

    Beim Muskelaufbau-Training gilt grundsätzlich: Trainiere mit etwa 80 % des Gewichts, das du genau 1x stemmen kannst. So schaffst du etwa 6-12 Wiederholungen pro Satz.

    Machst du jeden Tag Kniebeugen mit zusätzlichen Gewichten, überreizt du deine Muskeln unnötig. Jede Muskelgruppe sollte sich nach einem Workout ca. 48 Stunden erholen können. Tägliche Kniebeugen mit dem eigenen Körpergewicht helfen vor allem Untrainierten, um den Unterkörper zu stabilisieren und straffen Oberschenkel plus Hintern.

    Mit Kniebeugen allein nimmst du nicht wirklich ab. Dazu ist ein Mix aus Cardio- und Krafttraining am besten. Squats unterstützen dich aber beim Abnehmen. Sie bringen viele und große Muskeln zum Wachsen, sodass dein Grundumsatz an Kalorien steigt. 

    Jede Form von Muskelaufbau-Training lässt deine Muskulatur größer werden. Kniebeugen mit Gewichten machen also schon deine Oberschenkel auf Dauer dicker. Bodyweight-Kniebeugen sorgen dagegen eher nur für straffere Oberschenkel. Voraussetzung ist aber in jedem Fall eine gesunde Ernährung.

     

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    Squats gehören auf jeden Fall zu den wichtigsten Grundübungen im Krafttraining. An speziellen Geräten sowie auf den freestyle-Flächen hast du bei Fitness First die besten Möglichkeiten, alle Arten von Kniebeugen auszuführen. Deine (Personal) Trainer:innen weisen dich ein, erklären dir die Übung(en) ganz genau und erstellen dir nach Wunsch auch einen Trainingsplan rund um Functional Training, Muskelaufbau & Co. Checke hier deine vielfältigen Trainingsmöglichkeiten bei Fitness First oder vereinbare ein kostenloses Probetraining.

     

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    Quellen:

     

     

     

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