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Zum Trainieren und für deine Fitness spielt Eisen eine wichtige Rolle. Check‘ hier, wie das Spurenelement im Körper wirkt, deinen individuellen Tagesbedarf, was du gegen einen Mangel tun kannst und mit welchen Lebensmitteln du dir das Eisen holst, das du fürs nächste Workout brauchst!
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Eisen ist ein Nährstoff, den du zwar nur in kleinen Mengen brauchst, aber lebenswichtig ist. Das Spurenelement bringt Sauerstoff in deine Muskeln und speichert ihn dort.
Dein Körper stellt Eisen nicht selbst her – du musst es also über Lebensmittel zu dir nehmen.
So kommt Eisen bei dir an:
Hämeisen: Ist in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch & Fisch enthalten.
Nicht-Hämeisen: Vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln, z. B. Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Hirse, Nüsse oder grünes Gemüse.
Hast du einen nachgewiesenen Eisenmangel oder brauchst etwas mehr, können zusätzlich Eisen-Supplements sinnvoll sein!
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Sauerstoff transportieren: Eisen bringt Sauerstoff dorthin, wo er gebraucht wird – auch in deine Muskeln. So bleibst du ausdauernder und belastbarer.
Sauerstoff-Depot: In deinen Muskeln sitzt Eisen auch im Myoglobin. Das ist wie ein kleiner Speicher direkt in der Muskelzelle. Praktisch, wenn’s beim Trainieren knackig wird.
Regenerieren & Muskeln aufbauen: Passt dein Eisenlevel, erholst du dich besser. Du fühlst dich weniger schlapp & die Muskeln sind stärker – die perfekte Basis für dein Krafttraining.
Leistungsfähigkeit: Eisen produziert Energie in den Mitochondrien (den Kraftwerken deiner Zellen). Dein Körper ist dadurch belastbarer und du hältst beim Training länger durch.
Stoffwechsel & Immunsystem: Eisen unterstützt viele Enzyme im Körper. Damit läuft dein Energie-Stoffwechsel stabil, Zellen erneuern sich und dein Immunsystem bleibt gestärkt.
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Eisenmangel macht sich oft nicht sofort oder eindeutig bemerkbar.
Typische Symptome von Eisenmangel sind:
Du bist ständig platt: Du bringst weniger Leistung und musst öfter pausieren – selbst kleine Sachen fühlen sich plötzlich schwer an.
Du wirkst blass: Deine Haut sieht heller aus als sonst – oft auch Lippen oder Innenlider.
Dein Training leidet: Du bist weniger ausdauernder und schneller außer Atem – bei Kraft fehlt dir am Ende die Reserve.
Du bist unkonzentriert: Du vergisst mehr, kannst dich nicht fokussieren und brauchst für alles länger – dein Gehirn macht schneller Feierabend.
Du hast öfter Kopfschmerzen: Es drückt oder pocht – vor allem, wenn Stress dazukommt oder du dich belastest.
Leistungssportler:innen: Trainierst du viel, brauchst du oft mehr Eisen. Du verlierst es z. B. über Schwitzen, kleine Reizungen im Magen-Darm-Trakt oder beim Joggen durch den ständigen Aufprall – ja, auch das kostet rote Blutkörperchen!
Best Ager: Der Darm von älteren Menschen nimmt Eisen oft nicht mehr so easy auf. Viele essen auch weniger oder einseitiger. Bist du krank, leidest an Entzündungen oder nimmst Medikamente, kann das den Eisenwert beeinflussen.
Frauen: Hast du deine Tage, verlierst du regelmäßig Blut – dein Eisenspeicher sinkt also schneller. Bist du schwanger, brauchst du ebenfalls mehr Blut für dich und dein Baby. So trainierst du übrigens nach Zyklus!
Vegetarier:innen und Veganer:innen: Pflanzliches Eisen kommt manchmal schlechter rein als Eisen aus tierischen Lebensmitteln. Dazu bremsen Phytate aus Vollkorn und Hülsenfrüchten das Aufnehmen – dann rutscht der Speicher eher nach unten.
Fitness First Expert:innen-Tipp:
"Es geht aber auch rein pflanzlich: Hirse in Kombi mit Vitamin C ist die perfekte Eisen-Bombe für Veggies! Kombiniere z. B. Hirseflocken mit Orangen/Kiwi oder gekochte Hirse mit Paprika. Verzichte dabei nur auf Kuhmilch oder calciumhaltige Pflanzenmilch!
- Veronika Pfeffer - Fitness Manager
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Dein Doc checkt meist zuerst den Hämoglobin-Wert (Hb). Das ergibt Sinn: Hb gehört zum Blutbild und verrät, ob du schon eine Blutarmut (Anämie) hast.
Laut WHO beginnt eine Anämie bei Männern ab 15 Jahren unter 130 g/L (13 g/dL). Bei Frauen (nicht schwanger) liegt die Grenze unter 120 g/L (12 g/dL), in der Schwangerschaft unter 110 g/L (11 g/dL).
Achtung: Ein normaler Hb-Wert sagt aber nicht automatisch, dass deine Eisenspeicher voll sind! Ein anderer Fact ist da viel genauer:
Fitness First Fakten-Check:
„Ferritin ist der aussagekräftigere Wert, wenn es darum geht, wie viel Eisen dein Körper gespeichert hat. Bei gesunden Erwachsenen bedeutet ein Wert unter 15 µg/L meist Eisenmangel. Bist du aber z. B. gerade krank, kann Ferritin künstlich erhöht sein und „zu gut“ aussehen. Deswegen sollte der Wert immer zusammen mit Entzündungsmarkern wie CRP beurteilt werden. Den einen perfekten Grenzpunkt gibt es aber nicht.“
- Veronika Pfeffer - Fitness Manager
Das hängt davon ab, wie alt du bist, welches Geschlecht du hast und in welcher Lebensphase du dich befindest.
Für Erwachsene nennt die DGE aktuell diese Referenzwerte:
| Gruppe | Referenzwert Eisen pro Tag |
|---|---|
| Erwachsene Männer | 11 mg |
| Erwachsene Frauen (menstruierend) | 16 mg |
| Erwachsene Frauen (postmenopausal) | 14 mg |
| Jüngere Frauen & Mädchen | 11 mg |
| Schwangere Frauen | 27 mg |
| Frauen nach der Geburt | 16 mg |
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Deinen täglichen Eisenbedarf deckst du meist über eine abwechslungsreiche Ernährung ab.
Es gibt sowohl tierische als auch pflanzliche Quellen:
Tierische eisenhaltige Lebensmittel: Leber, rotes Fleisch, Fisch, Muscheln, Sardinen
Pflanzliche eisenhaltige Lebensmittel: Linsen, Bohnen, Kürbiskerne, Leinsamen, Sesam, Hirse, Haferflocken, Quinoa, grünes Blattgemüse
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Fitness First Everyday-Tipp:
„Auch beim Naschen kannst du Eisen zu dir nehmen. Eine super Eisen-Quelle ist z. B. dunkle Schokolade (rund 8 mg pro 100 g)! Das liegt übrigens am enthaltenen Kakao.“
- Rebecca Kapfinger - Redakteurin Fitness und Ernährung
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Eisen-Supplements können sinnvoll sein, wenn du einen Mangel hast oder mehr benötigst.
Als Push fürs Training taugen sie aber nicht – mehr Eisen heißt nicht automatisch mehr Performance! Supplementierst du zu viel, riskierst du Nebenwirkungen und belastet deinen Körper unnötig.
Ob du zu viel Eisen im Körper hast, merkst du daran:
Übelkeit
Erbrechen
Bauchschmerzen
Verstopfung
Durchfall
Schwarzer Stuhl
Diese Nebenwirkungen drohen langfristig bei zu viel Eisen:
Leber-Probleme: Deine Leber speichert viel Eisen. Zu viel davon führt zu Entzündungen und Vernarbungen – im schlimmsten Fall droht eine Zirrhose.
Diabetes-Risiko: Eisen stört die Zellen in deiner Bauchspeicheldrüse, die dein Insulin produzieren.
Gestresstes Herz: Eisen-Ablagerungen schwächen den Herzmuskel und bringen deinen Rhythmus durcheinander.
Gelenkschmerzen: Entzündungen und steife Gelenke nehmen zu und bremsen dich aus.
Dunklere Haut: Bei zu viel Eisen wirkt deine Haut oft bronzefarben.
Wichtig: Sehr hohe Mengen sind gefährlich. Nimm‘ Eisen also nur, wenn dein Doc einen Mangel nachgewiesen hat. Erst checken, dann schlucken!
Nicht nur wie viel Eisen du zu dir nimmst, sondern auch in welcher Form und womit du es kombinierst, ist entscheidend. Das gilt auch für Eisen-Supplements.
Hier 3 Top-Tipps:
Nimm‘ Eisen mit Vitamin C ein: Diese Kombi ist richtig gut. Packe zum Beispiel Paprika, Orange, Kiwi oder Zitronensaft dazu – dann landet mehr Eisen da, wo es hinsoll!
Vorsicht vor diesen Kombis: Trinke keinen Kaffee oder schwarzen Tee direkt zum Essen – lieber 1-2 Stunden davor oder danach.
Abstand zu Milchprodukten: Das enthaltene Calcium bremst das Aufnehmen von Eisen aus - lass auch hier ca. 2 Stunden dazwischen.
Eisen transportiert Sauerstoff im Blut und pusht deine Zellen mit Energie. Das macht dich leistungsfähiger, konzentrierter und du regenerierst schneller.
Eisen versorgt deine Muskeln mit Sauerstoff und unterstützt den Energie-Stoffwechsel. Sind deine Speicher leer, bist du weniger belastbar, ausdauernd und brauchst mehr Pausen.
Peile als erwachsene Frau mit Periode ca. 16 mg Eisen täglich an. Nach der Menopause reichen 14 mg. Bist du schwanger, brauchst du ca. 27 mg pro Tag.
Pflanzliche Eisen-Power holst du dir z. B. aus Hülsenfrüchten wie Linsen und Bohnen. Auch Haferflocken, Vollkorn, Nüsse, Samen, Kürbiskerne, Sesam, Quinoa, Amaranth und grünes Blattgemüse liefern ordentlich ab.
Kombiniere eisenhaltige Lebensmittel am besten mit Vitamin C, z. B. Paprika, Kiwi, Orange oder Zitrone. Sei‘ dagegen vorsichtig mit Kaffee, schwarzem Tee oder Calcium direkt zum Essen – die bremsen das Aufnehmen eher aus.
Typische Anzeichen: Du fühlst dich müde und schnell erschöpft, deine Haut wirkt blass, du kannst dich schlecht konzentrieren oder hast Kopfschmerzen. Oft schleicht sich ein Eisenmangel ganz leise ein und bleibt erst mal unbemerkt. Check‘ deine Werte also regelmäßig!
Lieber nicht ohne ärztlichen Check! Eisen-Supplements sind nur sinnvoll, wenn dein Doc einen Mangel feststellt oder du extrem mehr brauchst. Zu viel Eisen belastet deinen Körper nur unnötig.
Dein Doc hat einen Mangel bestätigt? Dann werden oft Präparate mit 50 bis 100 mg Eisen täglich eingesetzt. Die genaue Menge hängt aber von deinen Blutwerten sowie der Ursache des Mangels ab und wie gut du Supplements verträgst.
Willst du aus deinem Training das Beste rausholen, denk‘ also auch an Eisen! Deine (Personal) Coaches und Food-Expert:innen bei Fitness First begleiten dich gerne auf deinem Weg, gesünder und ausgewogener zu essen. Die richtige Ernährung, und ggf. eine zusätzliche Supplementierung, machen dein Workout nämlich noch effizienter! In deinen Clubs bekommst du deswegen nicht nur einen Trainingsplan, sondern auch passende Ernährungspläne, die individuell auf dich und deine Ziele abgestimmt sind. Du willst mehr Muskeln aufbauen? Check' in folgendem Artikel, wie Kreatin dich dabei unterstützen kann!
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE): Eisen (Referenzwerte)
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE): Ausgewählte Fragen & Antworten zu Eisen
DRK-Blutspendedienst NSTOB (o. D.): Die besten Eisenlieferanten
Solberg, A. & Reikvam, H.: Iron Status and Physical Performance in Athletes; in: Life (Basel), 13(10), 2023
Pengelly, M. & colleagues: Iron deficiency, supplementation, and sports performance in female athletes: A systematic review; in: Journal of Sport and Health Science, 14, 2025
Lewkowitz, A. K. & Tuuli, M. G.: Identifying and treating iron deficiency anemia in pregnancy; in: Hematology Am Soc Hematol Educ Program, 2023(1), 2023, S. 223–228.
López-Moreno, M. & colleagues: Plant-Based Diet and Risk of Iron-deficiency Anemia. A Review of the Current Evidence and Implications for Preventive Strategies; in: Current Nutrition Reports, 14, 2025, Art.-Nr. 81
Pantopoulos, K.: Oral iron supplementation: new formulations, old questions; in: Haematologica, 109(9), 2024, S. 2790–2801
World Health Organization (WHO): Use of ferritin concentrations to assess iron status in individuals and populations; in: WHO-Website (eLENA)
Jäger, L. & colleagues: Ferritin Cutoffs and Diagnosis of Iron Deficiency in Primary Care; in: JAMA Network Open, 7(8), 2024
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